Es wird schon seit langem behauptet, dass Ötzi verflucht sei. Sowas wird ja oftmals über Mumien erzählt, wie man in dem "Fluch des Pharao" und den Medien, die über verfluchte Mumien berichten, sieht. Diese Behauptung wird allerdings bestärkt, weil bereits mehrere Menschen, die mit der Entdeckung, Bergung und Untersuchung von Ötzi zu tun hatten, gestorben sind. Man sagt, dass alle unter mysteriösen Umständen von uns gegangen sind.
Bis zum heutigen Tag gab es neun Todesfälle, vier davon sind durch unnatürliche Todesursachen bei Unfällen passiert, was man dem angeblichen Fluch zuschreibt. Allerdings ist das tatsächlich eine recht kleine Nummer, wenn man bedenkt, dass Hunderte von Menschen mit Ötzi zu tun hatten. Das also so ein kleiner Prozentsatz davon über die Jahre hinweg gestorben ist, ist statistisch gesehen unbedeutend.
Es fing alles 1992 mit dem Tod von Dr. Rainer Henn, im Alter von 64 Jahren, an, dem Leiter des gerichtsmedizinischen Teams, das den Körper untersucht hat. Er ist bei einem Autounfall gestorben, als er auf dem Weg war, um einen Vortrag über Ötzi zu halten. Als nächstes kam der Bergsteiger Kurt Fritz, der Dr. Henn und die anderen zu Ötzis Körper geführt hat und später Führungen zu dieser Stelle anbot. Er ist in einer Lawine ums Leben gekommen. Der österreichische Journalist Rainer Hoelzl, der exklusiv von der Bergung des Körpers in einer einstündigen Dokumentation berichtete, hat ein paar Monate nachdem die Dokumentation ausgestrahlt wurde, eine mysteriöse Krankheit entwickelt und ist daran gestorben. Und der deutsche Tourist Helmut Simon, der Finder des Körpers, starb in einem Schneesturm, als er in eine tiefe Schlucht fiel.
Das fünfte Opfer, das man mit Ötzi in Verbindung bringt, ist Dieter Warnecke, allerdings ist der Zusammenhang da nicht so ganz eindeutig. Er war der Leiter des Bergrettungsteams, das nach Helmut Simon gesucht hat und ist eine halbe Stunde, nachdem Herr Simon beerdigt wurde, an einem Herzinfarkt gestorben. Das ist zwar ein unglücklicher Zufall aber wohl eher kein bizarres Ereignis, das man einem Fluch zuschreiben könnte. Das gleiche gilt für das sechste Opfer, der Archäologe Konrad Spindler, der 2005 an einer chronischen Krankheit, die er aber vorher schon hatte, gestorben ist. Was allerdings etwas seltsam und bedauerlich ist: er war der größte Skeptiker des Fluches und hat gesagt: "Ich glaube, das ist alles Unfug. Es geht hier nur um den Medienrummel. Als nächstes werdet ihr noch behaupten, dass ich der Nächste bin."
Zu den anderen "Opfern" gehören der 63-jährige Dr. Tom Loy, der gestorben ist, bevor er sein Buch über Ötzi fertig schreiben konnte, der Innsbrucker Professor Friedrich Tiefenbrunner, der bei einer Operation am offenen Herzen verstarb und zu dem Team von Spindler gehörte und Tom Loy, der die DNA, die man an Ötzi fand, analysierte und dessen Todesursache ungeklärt bleibt. Wenn auch Sie, so wie wir, nicht wirklich an einen Fluch glauben, müssen Sie trotzdem zugeben, dass sich das alles ein wenig gruselig anhört. Und außerdem wird dadurch ein Besuch in dem Ötzi Museum und in Südtirol noch interessanter!