Wenn man an den
Monte Vesuvius denkt, kommen einem als erstes Bilder der Zerstörung der antiken Stadt
Pompeji in den Sinn, oder Bilder der Touristenscharen, die diesen berühmten Vulkan persönlich besichtigen möchten. An Wein denkt man erstmal nicht, oder? Aber trotzdem wird man mit höchster Wahrscheinlichkeit am Fuße des Vulkans auf Wein stoßen, denn dort gibt es berühmte Weinberge, die sich über einen Teil der Hänge strecken und wo Weine bereits seit dem 5. Jahrhundert v.Chr. produziert werden. Wenn Sie also an Wein, der Geschichte von Wein, oder an ganz speziellen Weinen interessiert sind, dann müssen Sie diese ganz besondere Sorte probieren, wenn Sie
Urlaub in Kampanien machen.
Lacryma Christi, auch als Lachryma Christi des Vesuvius bekannt, ist der Name einer berühmten Neapolitanischen Weinsorte, die auf den Hängen des Monte Vesuvius produziert wird. Direkt übersetzt bedeutet der Name "die Tränen Christi" und er führt uns zurück in die Zeit bevor Jesus lebte, ins 5. Jahrhundert v.Chr., als die ersten griechischen Siedler in die Gegend kamen und die ersten Weinberge Italiens anbauten. Das ist in Schriftstücken von
Aristoteles festgehalten, der über die antiken Menschen von Thessalien in seiner Magna Grecia berichtete, die die ersten Weinberge auf den Hängen des Monte Vesuvius angepflanzt haben. Nach den Griechen kamen die Römer, die die Gegend zu “Campania Felix” umbenannten (also “fruchtbare Landschaft”, wovon der heutige Name der Region Kampanien abgeleitet wurde). Eine Legende verbreitete sich, die besagt, dass
Bacchus Freudentränen weinte, als er ein solch wunderschönes Stück Land sah, durch die die Weinreben wuchsen und gediehen. Der römische Poet Martial schrieb: "Bacchus liebte diese Hänge mehr als die Hänge in seiner Heimat Nisa". Wie das oftmals der Fall war, wurde die Geschichte später verchristlicht und die mittelalterlichen, weinproduzierenden Mönche tauschten Bacchus mit Christus aus und ersetzten die Legende der fruchtbaren Tränen, durch Sorgentränen, die der Sohn Gottes wegen Luzifers Fall aus dem Himmel weinte. Luzifer hat bei seinem Fall angeblich ein Stück des Himmels mit sich genommen, wodurch er die Erde mit Zauber und Segnungen tränkte.
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