Erkunden Sie Turins unterirdische Geheimnisse

Freitag, Februar 12, 2016
Veröffentlicht in : Aktivitäten Nordwesten Italiens Piemont Tagesausflüge
Blick auf Turin
Turin war einst die Hauptstadt Italiens und es mangelt dort nicht an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, wie z.B. das Turiner Grabtuch, Museen und Kirchen. Aber eine der Hauptattraktionen dieser Stadt kann man nicht direkt sehen oder erkennen. Um genau zu sein könnte man diese Stadt besuchen, ohne überhaupt zu merken, dass man etwas verpasst hat; ein riesiges unterirdisches Netzwerk an Tunneln, wo es Kerker, Höhlen von Alchemisten, Gruften, Fluchtwege, Eiskeller und laut lokalen Legenden, einen Eingang in die Unterwelt gibt. Man kann sogar spezielle Touren, die diesen gruseligen und faszinierenden Räumen gewidmet sind, mitmachen, also buchen Sie ein Ferienhaus in Piemont und verbringen Sie einen Tag damit, Turin über und unter dem Erdboden zu entdecken.
Straßen von Turin
Die Führungen dauern drei Stunden und sind die beste Art und Weise, Turins unterirdische Welt zu besichtigen. 'Somewhere' ist eine italienische Reisegruppe, die solche Touren anbietet. Sie können online über Viator Tours gebucht werden. Die Gänge unter Turin, wie Ihr Reiseführer Ihnen erklären wird, wurden ursprünglich von den Römern als Eiskeller gebaut und mit der Zeit wurden immer mehr dazu gebaut, denn so konnte man auf unsichtbare Art die Stadt vor Angriffen schützen, die in der Vergangenheit so häufig passierten. Diese unterirdischen Abwehrgänge hat man sich dann über die Jahre hinweg zu Eigen gemacht und sie wurden zu Räumen, die für andere praktische Zwecke genutzt wurden, wie z.B. als Katakomben, Lagerräume, Fluchtwege und Luftschutzbunker während der Weltkriege.
Palazzo Carignano, Turin
Bei der Führung werden Ihnen Horchposten, Falltüren, Lüftungsanlagen und Minen (unterirdische Gänge, die unter den Feinden durchführten und die man zum Einsturz bringen konnte, um den Feind zu stoppen) und unterirdische Galerien gezeigt. Die Gänge sind wie ein Labyrinth: gebaut um den Feind zu verwirren, der sich darin nicht auskannte.

Das wahrscheinlich bekannteste Ereignis aus der Vergangenheit, das in diesen unterirdischen Gängen statt fand, ist die Geschichte von Pietro Micca. Der junge Mann war ein Soldat während dem Spanischen Erbfolgekrieg im Jahre 1706. Als es so aussah als würden die Franzosen es schaffen, erfolgreich in die Zitadelle einzudringen, hat er diese vier-monatige Besatzung beendet, indem er eine Bombe gezündet hat, die ihn gemeinsam mit den Franzosen, die versucht haben die Tür zu den Minen mit einer Axt einzuschlagen, getötet hat.

Heutzutage gibt es dort ein Museum, das Micca gewidmet ist und durch welches Sie ebenfalls einige der unterirdischen Tunnel Turins betreten können. Sie können von dort aus auch eine Tour mitmachen, die in dem Museumseintritt von nur 3€ inbegriffen ist.

Denken Sie daran, dass die Tunnel nicht gerade die gastfreundlichsten oder einfach zugänglichsten Orte sind und Führungen werden nicht empfohlen, wenn Sie nicht mehr so ganz mobil sind oder unter Klaustrophobie leiden. Wenn Sie allerdings Lust auf ein kleines Abenteuer haben und es Ihnen nichts ausmacht, dunkle, feuchte, unterirdische Räume auszukundschaften, dann erwartet Sie eine ganz andere Welt unterhalb dieser wunderschönen Stadt in Piemont.

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