Steigen Sie in den St. Patricks Brunnen in Orvieto hinab

Donnerstag, August 20, 2015
Veröffentlicht in : Architektonische Juwelen Merkwürdigkeiten Sehenswürdigkeiten Umbrien Verpassen Sie nicht Zentralitalien
St. Patricks Brunnen, Außenseite
Wenn man Sankt Patrick hört, kommen einem gleich Bilder aus Irland in den Sinn, nicht aus Italien. Ein besonders faszinierendes Monument hat jedoch den Namen des britischen Heiligen. Der St. Patricks Brunnen, ursprünglich 'Der Festungsbrunnen' genannt - was auch ein viel besserer Titel dafür wäre - ist ein besonders tiefer Brunnen, der dazu gebaut wurde, Orvieto während den Besatzungszeiten mit Wasser zu versorgen. Er wurde in den frühen 1500er Jahren am Rande einer Klippe gebaut und ist ein Meisterwerk der Wassertechnik, sowie eine beliebte Touristenattraktion. Der Brunnen ist so tief in den Gedanken der Italiener verankert, dass man sagt, jemand der besonders großzügig ist, hat Taschen so tief wie der St. Patricks Brunnen.

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St. Patricks Brunnen, Blick nach oben
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hat Papst Clemens VII Zuflucht in der Stadt Orvieto gesucht, während Rom geplündert wurde. Er war jedoch ziemlich besorgt, dass es nicht genug Wasser gäbe, um eine Zeit der Besetzung zu überstehen. Clemens hat dann den Bau des 52 Meter tiefen Brunnens in Auftrag gegeben. Antonio da Sangallo der Jüngere wurde 1527 beauftragt, den Brunnen zu entwerfen. Der Konstruktion ist eine hydrogeologische Recherche vorausgegangen, um das beste Gelände für diese Struktur zu finden.

Er hat einen Durchmesser von 13 Metern, hat 70 eingebaute Fenster, die sich zu zwei Wendeltreppen hin öffnen, die sich nach dem Muster einer Doppelhelix um das Mittelstück schlängeln.
St. Patricks Brunnen, Blick nach unten
Dadurch war es den Lasttieren möglich, gleichzeitig in den Brunnen hinab und aus ihm hinauf zu steigen, um Wasser zu holen, ohne dabei aufeinander zu treffen.

Es hat lange gedauert, bis der Brunnen fertig gestellt war, knappe zehn Jahre. Als man dann endlich auf Wasser stieß, war der Papst bereits verstorben. Den urprünglichen Namen 'Der Festungsbrunnen' hat er aufgrund seiner nahen Lage zu der Albornoz Festung bekommen. Er wurde später nach dem Fegefeuer von St. Patrick in Donegal, Irland, umbenannt. Ein Wallfahrtsort, der abwechselnd als Höhle, Schacht oder Brunnen bezeichnet wird. Legenden besagen, dass das der Eingang zum Fegefeuer war und das Patrick sich darin zurückgezogen hat, um zu beten.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat man geglaubt, dass dieses italienische Gelände zu einem ähnlichen Zweck genutzt wurde, wie der irische Brunnen. Die Ungläubigen wurden gezwungen, bis zum Boden der Höhle hinab zu steigen, um dadurch die Vergebung ihrer Sünden zu erlangen und Zutritt zum Himmel zu bekommen.

Heute möchten Sie vielleicht eher aus reiner Neugier hinabsteigen und nicht, um Ihre Seele zu retten. Auch wenn Sie nicht solch große Absichten haben, ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall, wenn Sie in Umbrien sind.
Bildnachweis
Foto 1: Fantasy / CC BY-SA 3.0;
Foto 2: Fantasy / CC BY-SA 3.0;
Foto 3: Abxbay / CC0 1.0

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