Obwohl sich das ein wenig seltsam anhört, ist Italien sozusagen ein Hotspot für Geisterstädte. Das Internet ist voll mit unendlich vielen Webseiten, die Fotos von wunderschön und poetisch verfallenen Gebäuden und Geisterstädten gewidmet sind, und diese Geisterstädte zu besuchen und zu erforschen wird immer populärer.
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die von sowas geradezu besessen sind oder wenn Sie solche Dinge - wie die meisten von uns - einfach ein wenig faszinieren, dann ist Italien Ihr Traumreiseziel. Aufgrund von Auswanderungen, Naturkatastrophen und Unfällen gibt es in ganz Italien jede Menge Geisterstädte, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Hier möchten wir Ihnen unsere Favoriten vorstellen.
Craco in Basilikata ist eine Ortschaft, die aus Abwehrgründen hoch oben auf einem Gipfel gebaut wurde. Craco ist eine besonders attraktive, mittelalterliche Ortschaft, die seit dem 20. Jahrhundert verlassen dasteht.
Die Villa Cimbrone ist eine historische Villa auf einem Felsvorsprung in Ravello, der als "Cimbronium" bekannt ist, und von dem die Villa aus dem 11. Jahrhundert n.Chr. ihren Namen erhalten hat. Die frühesten Aufzeichnungen aus dieser Zeit weisen darauf hin, dass die Villa den Accongiogiocos gehörte, einer Adelsfamilie. Sie wurde später zum Eigentum der wohlhabenden und einflussreichen Fusco Familie, der im 13. Jahrhundert ebenfalls die lokale S. Angelo de Cimbrone Kirche gehörte. Noch etwas später wurde die Villa zum Teil des Santa Chiara Klosters. Wem sie ab dem 17. Jahrhundert gehörte ist unklar, aber ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fiel sie in den Besitz der Amici Familie aus Atrani.
Im 20. Jahrhundert wurde die Villa von Ernest William Beckett umgebaut und erweitert, der die Villa mit architektonischen Elementen ausgestattet hat, wie er sie in anderen Teilen Italiens und anderswo vorfand, so dass nur noch wenig von der originalen Struktur erkennbar ist.
Bari ist eine große Hafenstadt an der Adriaküste und die Hauptstadt von Puglia. Sie liegt ein wenig abseits des Massentourismus und hat in Italien einen leicht zweifelhaften Ruf, was bedeutet, dass Sie auf Ihre Wertsachen besonders gut aufpassen müssen.
Allerdings kann man an diesem hübschen Ort, den sich so viele zugunsten der anderen Städte der Region entgehen lassen, ein paar schöne Tage verbringen. Die charmante Altstadt, die auf einer Landzunge liegt, die sich in die Adria streckt, kann ganz einfach zu Fuß erkundet werden. Man kann sich hier relativ schnell verlaufen, aber so lange man vorsichtig ist, kann das ein unterhaltsames Abenteuer werden.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die Pinacoteca Provinciale 'Corrado Giaquinto' Kunstgalerie, das Archäologische Museum, die Romanische Basilica di San Nicola aus dem 11. Jahrhundert (die dem Weihnachtsmann gewidmet ist), das Castello Svevo, die Colonna della Giustizia (wo Schuldner angeblich gefesselt und ausgepeitscht wurden), und Baris futuristisches Stadium, das von Renzo Piano entworfen wurde.
Die Galleria Borbonica, oder auch der Bourbonen Tunnel, ist ein antiker, unterirdischer Gang, der den königlichen Palast mit den Militärbarracken in Neapel verbindet. Er wurde gebaut, damit der König in Richtung Meer flüchten kann und die Soldaten den Palast schnell erreichen konnten, um ihn zu verteidigen - und auch heute noch ist dieser Gang eine ziemlich fesselnde Erinnerung an die Vergangenheit. Errico Alvino wurde 1853 von Ferdinand II beauftragt, diesen Militärsgang zu konstruieren, denn er war absolut paranoid über den Ausbruch einer Rebellion. Es stellte sich schon bald heraus, dass sein Verfolgungswahn begründet war, denn zwei Jahre nachdem der Bau begann, führte der Sturz der Bourbonen-Dynastie dazu, das die Arbeit an dem Tunnel abgebrochen wurde.
Ein 530 m langes Netzwerk an Tunneln wurde in die Aquädukte der Stadt eingebaut, wurde aber bis zum zweiten Weltkrieg niemals genutzt und stand verlassen da. Während der unendlich vielen Bombardierungen im zweiten Weltkrieg, haben die Einwohner von Neapel diese unterirdischen Gänge als Bunker benutzt. In den Tunneln wurden sogar Militärskrankenhäuser eingerichtet. Darüber hinaus wurden Fahrzeuge wie Autos und Fahrräder, die zu dieser Zeit konfisziert wurden, in den Tunneln aufbewahrt. Ein faschistisches Monument, das für Aurelio Padovani hergestellt wurde, wurde ebenfalls in dieser Unterwelt zurück gelassen.
Die Tunnel wurden dann nochmals bis in die 2000er Jahre hinein vergessen, bis die kuriosen Artefakte, die sich in den Gängen befanden, aber auch die faszinierenden Schächte selbst, die Aufmerksamkeit der Einwohner auf sich zogen. 2014 wurden die Tunnel für Besucher eröffnet und sind heutzutage eine echte Touristenattraktion. Sie können mehrere verschiedenen Führungen durch diese Unterwelt mitmachen, einschließlich der Standard-Tour, der Abenteuer-Tour (Dauer: 80 Minuten; Erwachsene 15€, Ermäßigter Preis 10€) und die Speleo-Tour, die ausschließlich für Erwachsene ist (Dauer: 2½ Stunden, Preis 30 €).
Bei der Standard-Tour werden die ausgestellten Oldtimer Autos, Motorräder und Wassertanks gezeigt. Bei der Abenteuer-Tour können Besucher auf einem Floß unter der Stadt hindurch segeln und die Zisternen besichtigen, die immer noch voll mit Wasser sind. Die echten Abenteurer werden vielleicht eher an der Speleo-Tour interessiert sein, bei der die Teilnehmer einen Schutzhelm und Overalls anziehen müssen und durch die Aquädukt Tunnel kriechen, um die wunderschönen Wasserzisternen zu erreichen.
Wenn Sie die Stadt Neapel auskundschaften, oder eine Luxusvilla in Kampanien gebucht haben, dann wäre ein Besuch der Galleria Borbonica die perfekte Alternative zu all den typischen Touristenattraktionen - wir garantieren Ihnen ein absolut einmaliges Erlebnis!
In Italien gibt es jede Menge zu sehen und zu erleben und deshalb haben wir für Sie eine Liste zusammen gestellt, mit besonders spannenden Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, die wir die Sieben Wunder Italiens getauft haben. Im Anschluss an unseren letzten Artikel stellen wir Ihnen die letzten Exemplare unserer Auswahl vor.
Die Fiat Lingotto Fabrik in Turin wurde in den 1920er Jahren gebaut und war zu der Zeit die größte und modernste Automobilfabrik in Europa und die zweitgrößte weltweit. Sie ist fünf Stockwerke hoch und hat eine Teststrecke hoch oben auf dem Dach. Die Autos wurden von Stockwerk zu Stockwerk nach oben transportiert, bis das schließlich fertige Auto auf der Rennstrecke getestet wurde. Die Fabrik wurde 1982 geschlossen, konnte aber 1985 in ein Mehrzweckzentrum umgebaut werden und wird heute von verschiedenen Firmen zu kommerziellen Zwecken genutzt. Der Außenbereich hat sich kaum verändert, aber der Innenbereich wurde drastisch umstrukturiert, um für ein Ausstellungszentrum, ein Konferenzzentrum und Auditorium, zwei Hotels, Büros und Verkaufsräume, Platz zu machen.
— Colette Fitzpatrick
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