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März
2019
2019
Veröffentlicht in : Architektonische Juwelen
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Letztes Jahr im März flog ich auf Geschäftsreise nach Südkorea und die gesamte Flugzeit - alles inbegriffen - betrug von Irland aus etwa 24 Stunden. Also habe ich mir vorgenommen, eine ganze Reihe an Oscar-gekrönten Filmen parat zu haben und sie alle nacheinander anzuschauen. Als ich an meinem Sitz im Flugzeug angekommen war, habe ich meine beiden Sitznachbarn kennengelernt: ein süßes älteres koreanisches Ehepaar, das mich direkt gerne mochte, denn ich wurde katholisch erzogen und sie kamen gerade von einer einmonatigen Pilgerreise zu den religiösen Stätten Europas zurück. Die Dame bat mich, ihr mit dem Bildschirm zu helfen und ich habe eine ganze Weile damit verbracht, einen Film auf Koreanisch, oder zumindest mit koreanischen Untertiteln, für sie zu finden. Überraschenderweise gab es für sie keine große Auswahl, also haben wir die Suche schließlich aufgegeben. Dafür hat sie dann allerdings ständig auf meinen Bildschirm geschaut und letztendlich meinen Film mit mir zusammen geguckt. Mir war unangenehm bewusst, dass eine religiöse Oma mir dabei zusah, wie ich den Film “Call Me By Your Name” schaute. Ich hatte bereits genug über den Film gehört um zu wissen, welche Szenen die Dame wohl nicht so ansprechend finden würde, und als ich merkte, dass diese Szenen immer näher rückten, drückte ich Pause und lies das Bild einer idyllischen Ortschaft auf dem Bildschirm stehen. Ich fing an, mich meinen anderen Sachen zu beschäftigen und merkte, dass die Dame so langsam am Einschlafen war und wartete genau darauf. Als ihre Augen immer schwerer wurden, schaute sie vom Bildschirm auf und mir in die Augen, lächelte und sagte auf Koreanisch “Was für ein wunderschöner Ort”, bevor sie ihre Augen schloss.