Italiens außergewöhnlichste Geisterstädte II

Montag, April 24, 2017
Veröffentlicht in : Architektonische Juwelen Lucca Merkwürdigkeiten Ortschaften Sehenswürdigkeiten Toskanischen Küste
Die Geisterstadt Fabbriche Di Careggine
Im Anschluss an unseren letzten Artikel, in dem wir Ihnen von den zahlreichen, unglaublich malerischen Geisterstädten in Italien berichtet haben und erklärt haben, warum es so viele davon gibt, geht es hier mit den nächsten Exemplaren unserer Auswahl der Allerschönsten unter ihnen weiter. Wenn Sie an solchen Dingen Interesse haben, gerne verlassene Gebäude erforschen oder es beeindruckend finden zu betrachten, wie die Natur sich Landabschnitte und Gebäude zurückholt, und sie auf wunderschöne Art verfallen lässt, dann sollten Sie sich diese außergewöhnlichen Geisterstädte auf Ihrer Ausflugsliste vormerken, wenn Sie das nächste Mal nach Italien reisen.

Fabbriche di Careggine ist eine Ortschaft in der Gegend des Lago di Vagli, dem Vagli See, in Lucca. Obwohl es korrekter wäre zu sagen, dass die Ortschaft unter dem See liegt. Der mittelalterliche Ort, in dem lange Zeit talentierte Metall-Kunsthandwerker ansässig waren, wurde 1953 überflutet, um einen künstlichen See herzustellen, ein hydroelektrisches Becken, und alle 10 Jahre kommt diese Ortschaft auf gespenstische Weise wieder zum Vorschein, wenn das Wasser aus dem See für Wartungsarbeiten abgelassen wird. Hunderte, ja sogar Tausende Besucher kommen jedes Mal hierher, um dabei zuzuschauen, wie diese Stadt langsam wieder zum Vorschein kommt und aus dem Wasser auftaucht. Man kann die Stadt manchmal allerdings auch unter dem Wasser besichtigen, die Kirchturmspitze ragt sogar aus dem Wasser empor, wenn der Wasserstand relativ niedrig ist.
Vagli See
Die Ortschaft stammt aus dem 13. Jahrhundert, als eine Kolonie von Schmieden aus Bergamo und Brescia sich auf diesem Gelände nieder gelassen hat und sie hat sich zu einem der wichtigsten Eisenlieferanten des Landes entwickelt. Im 20. Jahrhundert war die Notwendigkeit eines hydroelektrischen Beckens allerdings wichtiger als der Eisenhandel und daher wurden die Einwohner in nahe gelegene Ortschaften umgesiedelt. Heute steht hier die Zeit unter Wasser still und die Steinhäuser, der Friedhof, die Brücke und die Sankt Theodor Kirche sind noch vollkommen intakt.

Der See wurde 1958, 1974, 1983 und 1994 geleert, aber seitdem wurde die Geisterstadt nicht mehr offenbart. Man hatte vor, den See 2016 zu leeren, aber das wurde niemals verwirklicht. Es gibt Vorhaben, eine Kuppel über die Ortschaft zu bauen, damit man sie permanent besichtigen kann.

Ob das allerdings passieren wird oder nicht ist ungewiss, also buchen Sie eine Luxusvilla in der Toskana und machen Sie einen Tagesausflug in diese Gegend - vielleicht haben Sie Glück und Sie können die Stadt unter dem Wasser entdecken!
Isola Santa, Kirche
Ein weiteres toskanisches Exemplar einer Geisterstadt wäre die unwahrscheinlich alte Ortschaft Isola Santa, die im Herzen der Apuanischen Alpen liegt, nicht weit von der Versilianischen Küste entfernt. Sie diente einst als Raststätte für Reisende und Pilger, aber weil sie am Ufer des Turrite Secca Fluß liegt und man es für nötig befand, einen Damm zu bauen, um die Gegend mit hydroelektrischer Kraft zu versorgen, mussten die Einwohner in den 1950er Jahren die Ortschaft verlassen.

Sie ist immer noch unbewohnt, wurde aber in den 2000er Jahren restauriert und ist heute eine friedliche Oase von natürlicher und von Menschenhand geschaffener Schönheit, die man besuchen und bestaunen kann. Die Ortschaft malt ein atemberaubendes, lebhaftes Bild, mit den Apuanischen Alpen, dem türkisgrünen See, ihren Steinhäusern und der saftig grünen Landschaft.

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Bildnachweis
Foto 2: Garfag / CC BY-SA 3.0;
Foto 3: Sailko / CC BY 3.0

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